Afrikanische Skulpturen: Hingucker oder Ramsch?
Das, was landläufig als afrikanische Skulpturen verstanden wird, ist meist günstig angefertigte Holzware, die in vielen Dekodiscountern zu finden ist und somit selten Hingucker darstellen - oder doch?
02. Dez 2009
Ob afrikanische Skulpturen ein Hingucker oder billiger Trödel sind, hängt nicht nur von den Figuren selbst ab.
Für welchen Einrichtungsstil hat man sich insgesamt entschieden? Welche Farben und Materialen hat man für Böden, Tapeten, Vorhänge und Mobiliar gewählt? Wie hat man die Beleuchtung eines Raumes gestaltet? Auch die Größe des Wohnraumes spielt eine wesentliche Rolle bei der richtigen Auswahl von Dekoration. Denn häufig sind besagte Skulpturen auch solche, meist aus Holz gefertigte Figuren, die man nicht nur auf Anrichten, Tischen oder Stereoanlagen platziert wie Kerzen, Schalen oder Steinchen. Oft stellt man diese bis zu kniehohen Figuren in Form von Zebras, Giraffen, Elefanten oder großbrüstigen Frauen auch auf den Boden. Manch eine Skulptur mag bis unter die Decke reichen und entsprechendes Gewicht mit sich bringen. Demnach sollte man darauf achten, ob das jeweils einzurichtende Zimmer auch groß genug ist, um später nicht überladen und dadurch chaotisch zu wirken. Aber auch für den kleineren Wohnraum gibt es afrikanische Skulpturen, wie beispielsweise Masken oder Echsen, die man mit wenigen Handgriffen an die Wand hängen kann.
Das Interesse für afrikanisch anmutende Einrichtung und Dekoration in Deutschland entsteht mitunter auch aufgrund der tiefen Preise. In verschiedenen Dekodiscountern bekommt man seit geraumer Zeit problemlos und sehr preiswert die meist hölzernen Imitate, um seinem Wohnzimmer ein wenig Wildnis und Mystik einzuhauchen. Inzwischen gibt es die imitierte Kunst auch aus Plastik und anderen Stoffen - eben so, wie es der Endverbraucher hierzulande nachfragt.
Traditionell sollen durch die häufig aus Holz oder Elfenbein geschnitzten Figuren und Masken Ahnen und Götter weiterleben und die Menschen vor bösen Kräften und Krankheiten geschützt werden. Einige Figuren stehen symbolisch für Fruchtbarkeit, wie beispielsweise die Nimba-Maske, die bis zu sechzig Kilo wiegen kann.
In New York, Paris, London und Brüssel wird vor allem mit hochwertigeren Objekten gehandelt. Meist sind es hier ganze Sammlungen, die den Kunstliebhaber ein Vermögen - also mehrere Millionen Euro - ausgeben lassen. Aber auch ein großer Kosmetikkonzern bietet bereits bei einer Auktion für afrikanische Skulpturen mit. Ob diese Art von Kunst also eine Investition und ein Hingucker ist, hängt letztendlich also auch vom Käufer, seinen Vorlieben, seinen Interessen und auch von seinem Geldbeutel ab.