Altes Ölgemälde im neuen Glanz erstrahlen lassen
Bei einer Haushaltsauflösung wird häufig auf dem Dachboden oder im Keller ein altes Ölgemälde gefunden. Möchte man es behalten oder verkaufen, sollte es in seinem Wert geschätzt und restauriert werden.
11. Jun 2010
Ölfarben werden in Europa seit dem 15. Jahrhundert verwendet. Sie waren sehr beliebt, weil sie gut zu verarbeiten und lange haltbar sind. Wer ein altes Ölgemälde aus dieser Zeit besitzt, kann sich glücklich schätzen. In der Regel spricht man aber von einem alten Ölgemälde, wenn dieses älter als 50 Jahre ist. Häufig wird ein altes Ölgemälde bei einer Erbschaft entdeckt. Wenn es unverpackt auf dem Dachboden oder im Keller gestanden hat, bedarf es der Restaurierung. Hat es schon seit Jahrzehnten an der Wand gehangen, ist es stark nachgedunkelt und verschmutzt. Dann sollte man es reinigen, damit es wieder im neuen Glanz erstrahlt. Bevor man sich an die Arbeit macht oder die Restauration einem Experten überlässt, sollte der Wert des Ölgemäldes geschätzt werden. Das kann auf Gemäldebörsen geschehen, die an einigen Orten veranstaltet werden. Ebenso helfen Fachleute wie Galeristen bei der Wertermittlung weiter. Eine professionelle Reinigung oder Restaurierung eines Gemäldes lohnt sich nur bei einem wertvollen Bild oder einem Werk, das für einen selbst einen hohen ideellen Wert besitzt.
Die Künstler haben das Ölgemälde geschaffen, indem sie das Holz oder die Leinwand zuerst grundiert haben. Dann malten sie mit Ölfarben das Motiv auf, das sie zum Schluss mit klarem Firnis überpinselt haben, um das Bild zu schützen. Die transparente Firnisschicht dunkelt im Laufe der Zeit nach, vergilbt oder löst sich ganz vom Bild ab. Haben sich im Gemälde schon Risse gebildet, gehört es in die Hand eines Fachmannes. Ein altes Ölgemälde, das nur eine leichte Verschmutzung aufweist, lässt sich mit ein bisschen Geschick selbst reinigen. Dazu wird zunächst mit einer weichen Bürste der Oberflächenschmutz auf der Leinwand beseitigt. Im Kunstfachhandel ist für diesen Vorgang eine seifige Flüssigkeit erhältlich, die aus verschiedenen Lösungsmitteln besteht. Mit ihr wird die alte Firnisschicht entfernt. Dazu verwendet man einen Wattebausch. Nach etwa einer Stunde kann das Gemälde mit sauberer Watte nachpoliert werden. Der neue Firnis wird mit einem Pinsel auf das Ölbild aufgetragen. Danach sieht das Ölgemälde wie neu aus.