Ein selbst gemaltes Aquarell schmückt nicht nur Wände.
Ein Aquarell ist ein Gemälde, bei dem durch die Technik der Wasserfarben ein charakteristischer Farbverlauf erreicht wird. Dies und die hellen Farbtöne machen diese Bilder zu einer dezenten Dekoration.
14. Dez 2009
Das Malen mit Wasserfarben gehört zu den ältesten Techniken der Menschheit. Schon steinzeitliche Höhlenmalereien sind aus wasserlöslichen Farben hergestellt. Die eigentliche Aquarellmalerei entstand aber erst etwa ab dem 19. Jahrhundert. Die Neuheit beim Aquarell war die durchscheinende Dichte der Farben. Mehrere Schichten Farbe werden übereinander aufgetragen und vermischen sich dadurch erst auf dem Papier.
In der frühen Zeit des Aquarells wurde diese Technik vor allem zu Studienzwecken eingesetzt. Zum Beispiel als Vorbereitung zu Ölgemälden, um die Farbabstimmung einfacher testen zu können. Von Albrecht Dürer und Rembrandt sind zahlreiche Bilder in dieser Technik erhalten. Zu deren Zeit wurden Aquarelle allerdings nicht als eigenständige Kunstrichtung angesehen. Erst im 18. Jahrhundert, als Turner anfing, die Aquarelltechnik nicht nur zur farblichen Ausgestaltung von Zeichnungen zu benutzen, sondern die Bilder direkt auf dem Malgrund entwickelte, erreichte die Technik die Anerkennung als eigene Kunstrichtung.
Mit dem Aufkommen der Freiluftmalerei wurde das Malen mit wasserlöslichen Farben dann zu einer der meist genutzten Maltechniken. Besonders für die expressionistische Malweise, bei der augenblickliche Eindrücke in Bildern festgehalten werden, eignet sich eine Maltechnik, die mit so wenig Vorbereitungen verbunden ist wie das Aquarell. Diese erlaubt ebenfalls eine Motivwahl, die sich für Dekorationsgegenstände besonders eignen. Landschaftsmalereien mit Aquarellfarben lassen genug Details erkennen, um persönliche Bezüge zur gemalten Landschaft sehen zu lassen, sie sind dabei aber abstrakt genug, um nicht den Raum zu sehr zu dominieren.
Die Technik mit Wasserfarben ist einfach zu erlernen. Sie eignet sich daher sehr für Hobbykünstler, die gerne selbst die Bilder für ihre Wände malen möchten. Farbstudien, wie sie schon von den alten Künstlern durchgeführt wurden, sind der erste Schritt zum eigenen Aquarell. Mit ein wenig Übung lernt man, wie die Farben aufeinander reagieren, wie sie sich vermischen und wie sie auf dem Papier verlaufen. Zur Wahl der Motive eignen sich für den Anfang weite Landschaften. Der Perfektionismus sollte jedoch nicht der fotogetreuen Abbildung gelten, sondern lieber der Schönheit des Bildes. Was dem Künstler im ersten Moment als Fehler erscheint, entpuppt sich oft später als der schönste Moment des Bildes.