Kreative Effekte durch verschiedene Aquarelltechniken
Ob Lavieren, Lasieren, Schaben oder Tupfen: Verschiedene Aquarelltechniken bieten zahlreiche Möglichkeiten, unterschiedliche Effekte zu erzielen. Die verschiedenen Techniken sollen hier kurz vorgestellt werden.
11. Feb 2010
Beim Lavieren werden die Farben sehr dünn aufgebracht. Durch das Auftragen der Farbe mit einem nassen Pinsel werden eine durchscheinende Farbfläche erzielt und weiche Übergänge ermöglicht. Verschiedene Farbflächen gehen nahtlos ineinander über. Dabei ist es wichtig, dass die Schichten noch nicht trocken sind.
Beim Lasieren hingegen muss die untere Farbschicht komplett getrocknet sein, bevor weitere Farben aufgetragen werden, sodass sich Mischfarben ergeben.
Neben diesen Aquarelltechniken ist die Nass-in-Nass-Technik die gebräuchlichste. Hierbei wird die entsprechende Fläche zunächst angefeuchtet. Je nachdem, wie feucht die Fläche ist, werden die Farben beim Auftrag verlaufen und ineinanderlaufen. Diese Technik erfordert ein wenig Übung, um ein Gefühl für Farben und Farbauftrag zu bekommen. Ganz kontrollieren kann man den Verlauf der Farben jedoch nicht, allenfalls ein wenig beeinflussen durch die Intensität des Befeuchtens der Oberfläche.
Beim Tupfen wird die Farbe etwas trockener mit einem Schwamm aufgetragen. Bevor weitere Farbtupfer aufgebracht werden, sollte die bereits getupfte Farbe trocknen. Durch verschieden helle Farbtupfer können mehrdimensionale Effekte erzielt werden, sodass die Tupftechnik sehr gut geeignet ist, um Bäume und Büsche oder Felsen und Steine darzustellen. Neben Schwämmen eignen sich Papiertücher und ältere Borstenpinsel zum Tupfen.
Zu den klassischen Aquarelltechniken gehört das Auswaschen: hier wird bereits aufgetragene Farbe vom Papier abgehoben. Ist die Farbe noch nicht trocken, muss dieser Vorgang mit einem sauberen Pinsel mehrere Male wiederholt werden. Dies ist jedoch einfacher, als die bereits getrocknete Farbe vom Papier abzuheben, da diese erst mit einem nassen Pinsel gelöst werden muss. Mit dieser Technik werden Licht- oder Nebeleffekte erzielt, außerdem kann man damit kleinere Fehler retuschieren.
Für einen Farbauftrag mit der Spritztechnik eignen sich neben harten Borstenpinseln auch Zahnbürsten. Hierbei wird die Farbe etwas dickflüssiger mit den Borsten aufgenommen und dann aufgetragen, indem mit dem Finger über die Borsten gestrichen wird. Dadurch entstehen Spritzer, die je nach Konsistenz der Farbe in Form und Größe variieren. Genutzt wird diese Technik häufig zur Darstellung von Wellenbrandung oder anderen Meeres-Motiven.
Die Auskratztechnik wird ausschließlich bei bereits getrockneten Farben angewendet, um beispielsweise Büschen oder Bäumen durch feine Kratzer in der Farbe Äste und Zweige zu verleihen.