Ölbilder: Malen für die Nachwelt als kreatives Hobby

Malerei ist seit vielen Jahrzehnten nicht mehr allein in der professionellen Kunstszene beheimatet, sondern hat ihren Platz längst als kreative Freizeitaktivität für jedermann gefunden.

Die bereits seit dem 13. Jahrhundert bestehende Ölmalerei galt als Ablösung und auch als Fortentwicklung der zuvor vorherrschenden Malerei mit Temperafarben. Tempera ist eine Mischung, bei der die farbgebenden Pigmente mit natürlichen Bindemitteln gebunden werden, z. B. mit Ei. Daher sind diese Farben vor ihrer Verarbeitung schnell verderblich. Auch in ihrer Anwendung verlangen Temperafarben aufgrund ihrer Beschaffenheit Erfahrung und gute Kenntnisse der richtigen Maltechniken. Sie trocknen nur sehr langsam, müssen für gute Farbgebung in mehreren Schichten aufgetragen werden und fließende Farbübergänge sind schwer zu gestalten. Zu beachten ist auch die Veränderung des Farbtons, der erst nach dem Trocknen wirklich erkennbar wird. Auf Temperagemälden bilden sich nur selten Risse und von Alterungserscheinungen bleiben sie sehr lange verschont, doch konnte sich die Malerei in Öl durch ihre im Vergleich leichtere Anwendbarkeit und Farben, die nicht rasch verderben, durchsetzen.

In der Ölmalerei wird zwischen verschiedenen Techniken unterschieden, wobei die sogenannte Primamalerei als relativ einfache Form zu verstehen ist. Hier werden Farben auf der Palette gemischt und dann in dem gewünschten Ton auf die Leinwand übertragen. Es findet keine klare Trennung der Form- und Farbgebung eines gemalten Objekts statt. Auch Korrekturen werden nicht vorgenommen. Ihre Bedeutung erlangte diese Arbeitsweise durch das aufkommende Malen in freier Natur. Eine weitere Technik verwendet einen zuvor eingefärbten Untergrund, auf dem wiederum mit anderen Farben gemalt wird. Dies kann ebenfalls als übliche Vorgehensweise angesehen werden. Für Laien ermöglicht Ölfarbe eine gute Übersicht bezüglich der Farbgebung, denn der Farbton im feuchten Zustand gleicht der getrockneten Farbe.

Die Ölmalerei als Hobby verlangt ein weniger exaktes Einhalten von Formen um erkennbare Bilder zu schaffen. Fehler können auch nachträglich durch Übermalen korrigiert werden, da bei Ölfarben der Trocknungsprozess variiert werden kann. Nach dem Trocknen verringert sich die Gefahr, dass die Farbe auf dem Pinsel für die nächste Schicht, die beispielsweise als Korrektur gedacht ist, in ihrer Wirkung durch bereits aufgetragene Farben verändert wird. Gebräuchlich ist das Malen in einzelnen Stufen, wobei zuerst die Farbe des Hintergrunds aufgetragen wird, dann schrittweise Objekte in das Bild eingearbeitet werden, die wiederum nach ihrer Rohform durch Highlights und andere Details ihr abschließendes Aussehen erhalten. Ist die Farbe auf der Leinwand noch feucht, können durch das zusätzliche Vermischen optische Nuancen gesetzt werden. Um eine spätere Rissbildung zu minimieren, sollten Farben mit geringem Ölanteil für Hintergrund und Rohformen benutzt werden, sogenannte magere Ölfarben. Mit jeder Schicht kann dann der Ölanteil steigen. Für realitätsnahe Gemälde wird dennoch eine lange Übung in Technik und Farbgebung benötigt.